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Wie man unter Linux MADDE mit dem Qt Creator integriert

Bearbeitet am Dienstag, 23. März 2010, 10:52 Uhr von pbouda

Dieses Tutorial zeigt euch, wie ihr die Entwicklungsumgebung MADDE mit dem Qt Creator integriert. So könnt ihr eine Anwendung auf eurem Destop mit dem Qt Creator entwickeln, aber auf einem Maemo-Gerät wie dem N900 laufen lassen und debuggen (MADDE steht für “Maemo Application Development and Debugging Environment”). Als Vorbereitung müsst ihr MADDE sowie den Qt Creator installiert haben. Derzeit funktionieren dabei nur die aktuellen Snapshots des Qt Creator (Qt Creator-Version muss >= 1.3.80 sein), für dieses Tutorial wurde ein Schnappschuss für die Version 1.3.81 vom 9.3.2010 verwendet. Die neuesten Schnappschüsse des Qt Creator könnt ihr jeweils hier herunterladen.

Qt-Version im Qt Creator

Als Erstes müsst ihr die MADDE-Qt-Version im Qt Creator hinzufügen, damit die Bibliotheken aus dem MADDE-Verzeichnis für das Kompilieren verwendet werden können. Diese Qt-Version kompiliert uns schließlich die ARM-Version der Anwendung, die z.B. auf dem N900 gestartet werden kann. Dazu also zunächst den Qt Creator starten und dann den Einstellungsdialog unter “Extras→Einstellungen”, dann “Qt4→Qt Versionen” öffnen. Mit dem Pluszeichen eine Qt-Version hinzufügen, als Name z.B. “MADDE-Qt” und als QMake-Pfad den Installationspfad von MADDE plus “/0.6.14/targets/fremantle-qt-0951/bin/qmake” angeben (MADDE ist normalerweise im Home-Verzeichnis im Ordner “.madde” installiert, bei mir ist also der komplette QMake-Pfad “/home/peter/.madde/0.6.14/targets/fremantle-qt-0951/bin/qmake”). Der Dialog könnte dann so aussehen:

Ihr habt wahrscheinlich keinen grünen Haken neben “MADDE-Qt”. Das liegt daran, dass die Debug-Ausgabe-Hilfsbibliothek noch nicht erstellt wurde. Ein Klick rechts unten auf “Neu erstellen” behebt das Problem.

mad-developer auf dem N900

Um das Programm auf dem N900 “fernstarten” zu können, muss als Zweites das Paket “mad-developer” aus extras-devel installiert werden (mehr über extras-devel). Also das Paket auf dem N900 per Programmmanager installieren und dann starten. Ich zeige hier nur die Konfiguration über WLAN, also sollte WLAN auf dem N900 aktiviert sein und sowohl das Gerät als auch euer Entwicklungs-PC mit demselben WLAN-Netz verbunden sein (hier gibt es mehr zu Installation und Konfiguration von mad-developer). Auf dem N900 solltet ihr nun in etwas folgenden Bildschirm vor euch haben:

Wichtig ist eure WLAN-Adresse (bei mir “192.168.2.4”), außerdem braucht ihr ein Passwort. Dieses generiert ihr mit einem Klick auf “Developer Password”. Diese beiden Angaben tragt ihr jetzt im Qt Creator in den Einstellungsdialog unter “Extras→Einstellungen”, dann “Qt4→Maemo Device Configurations” ein. Als Name dort z.B. “N900 WLAN”, Gerätetyp ist “Gerät” und Art der Authentifizierung ist “Passwort”. Bei Hostname und Passwort tragt ihr die Sachen aus mad-developer ein:

Jetzt könnt ihr den Einstellungsdialog per “OK” schließen.

Neues Qt-Creator-Projekt

Im dritten Schritt legen wir nun ein neuen Qt Creator-Projekt per “Datei→Neu” an. Wählt “Qt-Gui-Anwendung” und im nächsten Schritt einen geeigneten Projektnamen und Verzeichnis:

Im nächsten Dialog wählt ihr unbedingt auch “MADDE-Qt” als Qt-Version für das Projekt:

Dann mit “Weiter” und “Abschließen” das Projekt erstellen. Ihr müsst dem Projekt nun nur noch das im zweiten Schritt definierte Gerät zuweisen. Dazu klickt ihr im Qt Creator links auf “Projekte” (ihr seit dann in den “Ziele”-Einstellungen des Projekts), und dann oben auf “Maemo”. In diesem Dialog wählt ihr als “Geräte-Konfiguration” das erstellte “N900 WLAN”:

Auf dem Gerät starten und testen

Im vierten und letzten Schritt können wir nun das Projekt auf dem N900 starten. Dazu muss im Qt Creator unten links die richtige Ausführungsumgebung eingestellt sein, für uns also die Debug-Variante auf Maemo:

Jetzt könnt ihr mit dem “Play”-Button darunter die Anwendung auf dem N900 starten. Dort sollte das leere Hauptfenster erscheinen. Vergesst nicht, dass ihr bei jedem Start von mad-developer ein neues Passwort bekommt, dass ihr dann wieder wie in Schritt 2 in den Einstellungen des Qt Creator eintragen müsst.